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Feuer für den Falter - Landschaftspflege und Artenschutzmaßnahmen im Jonastal

01. 03. 2021

Bei trockenem Wetter und strahlendem Sonnenschein treffen sich die Mitarbeiter der Natura 2000-Station Gotha/Ilm-Kreis mit dem Brennteam rund um Stefan Klein auf der Projektfläche im Naturschutzgebiet Jonastal. Auf der Trockenrasenfläche, die ehemals zum Truppenübungsplatz Ohrdruf gehörte sollen heute stark vergraste Bereiche gezielt abgebrannt werden. 

 

Zwar haben die Schafe und Ziegen des hiesigen Schäfers ihre Aufgabe ernst genommen, doch gegen die horstigen Gräser sind sie trotz Beweidung nicht angekommen.

 

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Ziel des kontrollierten Brandes ist es den Trockenrasen auf der Fläche wieder frei zu legen bzw. zu erhalten. „Besonders wichtig ist dieser Trockenrasen für den Skabiosen-Scheckenfalter, dieser ist in Thüringen, aber auch deutschlandweit stark gefährdet. Um zu überleben ist der Falter auf seine Wirtspflanze, die Tauben-Skabiose, angewiesen. Diese kommt ausschließlich auf Trockenrasen vor. Wir fördern hier also den Skabiosen-Scheckenfalter indirekt durch die Verbesserung der Bedingungen für seine Wirtspflanze“ sagt Alice Czarnowsky, Mitarbeiterin in einem thüringenweiten Projekt zur Erhaltung des Skabiosen-Scheckenfalters.

 

Um ein Übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Waldbereiche zu verhindern, haben die Stationsmitarbeiter einen Sicherheitsstreifen am Rand der Maßnahmenfläche gemäht, hier hat das Feuer nun kaum noch Nährboden, um sich Auszubreiten. 
Grund zur Sorge besteht eh nicht, Brandmeister Stefan Klein und sein Expertenteam kennen sich mit dem Brennen als Landschaftspflegemaßnahme aus und haben in zahlreichen Gebieten in Thüringen und Brandenburg ähnliche Brände durchgeführt.

 

Auch bei der Sorge um Kleintiere und Bodenlebewesen gibt Stefan Klein Entwarnung: „Es wird bei den gezielten Bränden nur die obere Grasschicht abgebrannt, alles was darunter liegt wird nur einer geringen Hitzewirkung ausgesetzt. Bodenlebewesen werden also nicht beeinträchtigt. Das Feuer wirkt vornehmlich in den höheren Vegetationsschichten. Einzelnstehende Bäume werden ebenfalls nicht zerstört, da diese durch die Schafbeweidung keine tiefhängenden Äste haben, die Feuer fangen könnten.“ 

 

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Das Brennteam freut sich besonders über die tatkräftige Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Gossel, die mit ihrem Löschfahrzeug die Außengrenzen der Fläche bewässert und so ein zügiges brennen der Sicherungsstreifen möglich macht. Nach sechs Stunden sind alle Feuer erloschen und der Einsatz ist auch schon wieder vorbei. 

 

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Im kommenden Frühjahr können sich die Schafe und Ziegen im Projektgebiet Jonastal auf frisches Grün freuen, ebenso wie die Raupen des Skabiosen-Scheckenfalters.

 

Der Einsatz von Feuer in der Landschaftspflege ist keine neue Erfindung, sondern eine bis in die Hälfte des 20. Jahrhunderts gängige Methode der Landschaftspflege, um nicht mehr verwertbares Material von Magerrasen und Weideflächen zu entfernen. 

 

Vor Beginn der Maßnahme wurden die Untere Naturschutzbehörde, die Leitstelle der Feuerwehr und natürlich die Freiwillige Feuerwehr Gossel über die geplante Artenschutzmaßnahme informiert.

 

Wir möchten uns bei allen Beteiligten, besonders bei der Freiwilligen Feuerwehr Gossel, für die Unterstützung der Landschaftspflegemaßnahme bedanken. 

 

Natura 2000 Station Gotha/Ilm-Kreis
Markt 15
99869 Drei Gleichen OT Mühlberg

Tel.: 036256/153962
 

 

Bild zur Meldung: Feuer für den Falter - Landschaftspflege und Artenschutzmaßnahmen im Jonastal