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2022 wird unsere St. Nikolaikirche zu Geschwenda 275 Jahre

1747-2022

von Alexandra

Das schönste Gebäude von Geschwenda ist im Zentrum zu finden. Es ist unsere St. Nikolaikirche.

Pfarrer Johann Nicolaus Beck schrieb im Brief von 1717 über den schlechten Zustand der Vorgängerkirche an die oberste Verwaltungsbehörde der Landeskirche.
Er schrieb über die dunkle Kirche, die Gehölze der Emporen waren sehr morsch geworden. Die Kirchendecke war verschlissen das Regen eindrang und im Winter der Schnee. Bereits seit Anfang des 18. Jahrhundert sollte eine neue Kirche gebaut werden. Aber es wurde nichts daraus. Erst als unser Freiherr von Röder (siehe Gemälde) sich kümmerte, wurde der Bau der Schlosskirche, die heutige St. Nikolaikirche ermöglicht. Er befahl den Abriss von Stuttgart aus. Der damals sehr bekannte Baumeister G. H. Krohne leitete das Bauprojekt.

Am 11. September 1741 wurde der Grundstein gelegt, der Freiherr war aber nicht vor Ort. Die Besonderheit des Baues war, dass der Kirchturm im Osten errichtet wurde. Die neue Kirche wurde doppelt so lang, bei etwa gleicher Breite. 1742 wurde bereits Richtfest gefeiert.

Am 13. Mai 1743 gab es einen erheblichen Rückschlag im Baugeschehen. Dies sollte nicht der letzte gewesen sein.
Es stürzte der Kirchturm auf die „alte Schule“. Und dies geschah während der Baubesichtigung. Die eingelagerte Wätzschele-Orgel und die alte Turmuhr wurden erheblich beschädigt, dass eine Restauration nicht in Frage kam. Bis 1746 wurde der Kirchturm wieder errichtet.

Die Dachdecker hatten außerdem viel Mühe beim Decken des achteckigen Turmes, häufig mussten die Arbeiten wegen starken Wind unterbrochen werden. Kirchweihe war schließlich am Reformationsfest 1747, was jeder auf der Wetterfahne, mit oder ohne Fernglas erkennen kann. 230 Jahre nach der Reformation wurde die Kirche eingeweiht. Der damals bereits 130 Jahre alte Taufstein von 1617 wurde übernommen.

Der Reformationstag war für die Kirchgemeinde schon immer etwas Besonderes und das ist auch heute noch so.
Genau 100 Jahre nach der Reformation (1517) wurde dieser Taufstein geweiht. Der mittlerweile 404 Jahre alte Taufstein links im Bild stammte vom Vorgängerbau (zur Adventszeit geschmückt durch Axel Riebel).

1750 kam der nächste Rückschlag. Die Kirchendecke stürzte ein und zerstörte die neue barocke Gutjahr-Orgel. Bis heute ist dieser Bereich nicht geputzt, aber farblich gefasst. 1751 wurde die Orgel durch Stephan Schmaltz aus Arnstadt wieder repariert.

1882 erfolgte eine umfangreiche Reparatur durch den Orgelbaumeister Guido Knauf, was einem Neubau entsprach.

1979 bekam der Turmknopf seine Neuvergoldung. Das Foto zeigt rechts den engagierten Pfarrer Winfried Ifland bei der Sichtung der historischen Unterlagen.  Auch das Kirchendach und der Kirchturm wurden neu mit Schiefer eingedeckt und die Fassaden saniert.

1984/1985 wurde die Kirche komplett innen saniert.

Noch heute erfreuen wir uns an der guten Arbeit der Restauratoren, Handwerkern und allen Beteiligten bei der großen Kirchensanierung innen wie außen. 1994 wurde die vorhandene Kohleheizung durch eine moderne Warmluftgasheizung ersetzt.

Auch in der kalten Jahreszeit ist die Kirche von da an problemlos heizbar. Kein Holz und keine Kohlen wurden mehr benötigt, was ein riesiger Arbeitsaufwand damals bedeutete, bei diesem großen Gebäude. Auch die Verschmutzung durch Kohlenstaub fand ein Ende, was vor allem für die Orgel von Nutzen ist. Dennoch muss die Kirche behutsam erwärmt werden, um keine Schäden (Spannungsrisse) zum Beispiel an der Orgel und an den Gemälden zu verursachen. Die Kirchenheizung befindet sich im Kirchenkeller. Dieser war damals als Gruft für die adligen Herrschaften zu Geschwenda vorgesehen. Dazu kam es nicht.

1993 erfolgte eine größere Orgelreparatur durch Orgelbau Schönefeld aus Stadtilm. Die Orgel wurde gereinigt, imprägniert gegen Holzwurm, außerdem wurde die Tontraktur instandgesetzt und einreguliert.

2008 wurde durch den Sturm zerstörte Oculus – Rundfester „Auge Gottes“ ersetzt und die Dachentwässerungsanlage erneuert.

14.01.2010-02.05.2011 wurde der Orgelprospekt restauriert nach der Erstfassung von 1748. Zeitgleich wurde auch das Orgelwerk aufwendig restauriert, durch die Orgelbau Waltershausen GmbH. Am 23.05.2011 wurde mit dem Ausbau des Werkes begonnen und schließlich am 31.10.2012 konnte die restaurierte Orgel wieder geweiht werden. Orgelabnahme erfolgte am 12.12.2012

Geschädigte Bereiche in der Turmkonstruktion wurden 2012 ersetzt.

2014 wurde das imposante Wandgemälde der Pfarrer seit der Reformation restauriert.

Am 31.10.2022 erinnern wir an das Jubiläum – 275 Jahre St. Nikolaikirche.

Kay Uwe Brunngräber

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