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Sonnenschein und Weitblick auf der 1603 ü. NN gelegenen Schneekoppe (Snezka/Sniezke) im Riesengebirge

10. Mehrtagesfahrt des Geschwendaer Heimat- und Fremdenverkehrsvereins

von Alexandra

Zur inzwischen zehnten Mehrtagesfahrt des Geschwendaer Heimat- und Fremdenverkehrsvereins vom 21. bis 25. Juni dieses Jahres hatten sich diesmal mit fünfzig Teilnehmern – darunter Verstärkungen aus Frankenhain, Gräfenroda, Arnstadt- und die treuen hiesigen Mitglieder sowie auch einige Erstmalige zusammengefunden, um über Oberschlesien die Reise ins West- und Ostriesengebirge mit dem Blick zum Isergebirge anzutreten.

Für die Unternehmung stand ein moderner, 53-Sitzer, dreiachsiger SETRA-Bus mit starken Mercedes-Komponenten aus dem bayerischen Neuulm von der Fa. Wollschläger aus Hörsel/OT Laucha zur Verfügung. Am Fahrzeug war gar nichts auszusetzen, zumal der praxiserfahrene Steuermann, von allen der „liebe Sven“ genannt, die An- und Abreise perfekt beherrschte und insbesondere im Riesengebirge sowie beim Transfer in die Goldene Stadt Erfahrung und Geschick bewies.

Am ersten Tag wurde auf der Raststätte bei Bautzen das bekannt gute, ausreichende Selbstverpflegungs-Frühstück des HFVV eingenommen, bei dem das Kennenlernen der Teilnehmer wie von selbst klappte. Danach wurde die Fahrt ins oberschlesische Hirschberg (Jelena Gora) bis nach Karpacz (Krummhügel) fortgesetzt, wo die im 12.Jh. erbaute Stabkirche, die Anfang des 19. Jh. vom Preußenkönig Wilhelm IV. erworben und 1842 in den damaligen deutschen Teil des Riesengebirges nach Krummhügel verbracht und original (völlig ohne Nägel) wieder aufgebaut wurde. Die Kunstwerke im und am Gotteshaus zeugen von dem Wikingereinfluss; auf dem Gelände befindet sich eine Sozialstation der Diakonie Wang. Nach Stärkung mit echt Schwengerem Kuchen und Svens gutem Omnibus-Kaffee wurde bald Polen verlassen, der Bus steuerte ins oberste Elbetal, um über Spindlermühle (Spindleruv Mlyn) das Hotel „Olympie“ in St. Peter (Svaty Petr) zu erreichen.

Der freundliche Empfang, die gute Unterbringung und Bewirtung, das schmackhafte Pilsner und weitere Getränke sorgten innerhalb der vier Hochgebirgstage für gute Stimmung fern der thüringischen Heimat. Am Mittwoch und Donnerstag begleitete uns der Fremdenführer Boris (Bohumil) Nowottny, der uns als studierter Historiker mit detaillierter Orts- wie auch historischer Kenntnis allerlei über das Riesengebirge, die Elbe- und Auba-Regionen, das „Böhmische Paradies“ in der Gegend um Mlada Boleslaw (Jung-Bunzlau) und beim Prag-Aufenthalt die Sehenswürdigkeiten – ob historisch entstanden oder die moderne Infrastruktur der tschechischen Hauptstadt – mit einer zweistündigen erholsamen Schiffspassage auf der Moldau – näherbrachte. Dabei kamen die jahrhundertelangen Habsburger (Wiener) Herzöge, Könige und Kaiser weniger gut weg als die deutschsprachigen Siedler aus Bayern, Thüringen und der Schweiz im Sudetenland (Ausdehnung von 320 km Länge, 80 km Breite), gekennzeichnet nach 1600 von den sogenannten Sudetenhäusern, die von Holzfällern, Bergleuten, Glasherstellern, Bergbauern und Mühlenbesitzern errichtet wurden und vielfach Ausgangspunkt zur Gründung von Dörfern und Städten wie Spindermühle, Hohenelbe, Freiheit und zahlreichen Dörfern im Auba-Tal waren.

Dass im Nationalpark Riesengebirge (75 Prozent tschechische und 25 Prozent polnische Fläche) Natur- und Artenschutz sowie touristische Frequentierung in Einklang gebracht werden können, hat uns die Wanderung zur Elbequelle, an der 28 Städtenamen aufgezeigt sind, die vom Gebirgsfluss in Spindlermühle bzw. Vrchlabi (Hohenelbe) bis zur Stromeinmündung in die Nordsee bei Cuxhaven von diesem Gewässer tangiert werden und ihm ihre Entwicklung verdanken, gezeigt. Einen starken Eindruck hat der Neuaufbau einer Seilbahn (errichtet von der Firma LEITNER) beim 770 m ü. NN gelegenen Pec p. Snezkou (Peter) hinterlassen, die landschaftsangepasst den tschechischen und polnischen Teil der Schneekoppe erschließt.
Die LEITNER-Seilbahn würde auch für das hiesige Projekt zur Nutzung der bekannten Ski-Abfahrt bei Gehlberg und weitere Nutzungsmöglichkeiten im Sommer den längst fälligen Aufschwung des Tourismus im Mittleren Thüringer Wald gute Dienste leisten. Die Schubladen in den Stadt- und Kreisverwaltungen Suhls und Arnstadts und den Ministerien in Erfurt müssen endlich geöffnet werden, denn bei der Entwicklung des Ländlichen Raumes verdient der Tourismus eine viel stärkere Beachtung als bisher.

Am freitäglichen Abschiedsabend kamen die Emotionen so richtig hoch, denn die stets bewährten Reiseorganisatoren des HFVV, Herr Klaus Lüdecke mit seiner Ehefrau Edeltraud zogen ein Resümee aller zehn Vereinsfahrten, bei dem die Treuesten (Familien Lüdeke, Reimann, Veit, Kraußer, Huck und Frau Rothe) eine Anerkennung erhielten. Die Lüdekes hatten sich eine Tombola einfallen lassen (kostenfreie Lose, die einundfünfzigmal einen Gewinner hatten), mit der eine echte Überraschung gelang. Die Vereinsmitglieder Inge Schneider und Dora Stade ehrten Edeltraud und Klaus Lüdeke mit einem Präsent für deren Engagement namens aller Teilnehmer.

Am Samstag ging es heimwärts, zum zweiten Male durch Harrachov (Jägersdorf), wo an den deutschen Skisprung-Pionier und ersten DDR-Meister, Herrn Franz Knappe, der nach der Vertreibung eine neue Heimat in Geschwenda fand, erinnert wurde. Im schlesischen Boleslawiec (Bunzlau), rund 30 km von Görlitz entfernt, wurde eine der zahlreichen Keramik-Manufakturen mit moderner Fertigung und eindrucksvoller weiblicher Dekor-Handarbeit besichtigt. Die produzierten Schalen, Tassen und vieles anderes werden zu mehr als 60 Prozent exportiert. Bunzlau hat eine jahrhundertelange Keramiktradition.

Die Heimfahrt am Samstagnachmittag verlief problemlos und gegen 19.00 gab es ein glückliches Ende des Ausflugs für die 50 Teilnehmer, die dem Busfahrer wie auch beim Erinnerungsfoto den tschechischen Gastgebern des Hotels „Olympie“ herzlich dankten.


Text: Dr. Karl-Heinz Müller
Bild: Stephan Kraußer

 

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