Mobbing passiert jeden Tag, auf dem Schulhof, in der Pause, in der Klassengruppe oder auf Instagram und Co. Manchmal sind es Beleidigungen, manchmal Blicke oder das bewusste Ausgrenzen untereinander. Oft sind es scheinbar „kleine“ Dinge, die sich nach einen großen Zeitraum zu etwas Großen und Verletzenden entwickeln. Viele, die gemobbt werden, trauen sich nicht, etwa „Alles gut“ zu sagen. Sie ziehen sich zurück, fühlen sich allein oder bekommen Angst, in die Schule zu gehen. Genau hier wollen wir mit unserem Anti-Mobbing-Projekt zeigen, dass niemand allein ist und dass wir gemeinsam etwas verändern können.
Unser Projekt soll Mut machen, anderen zu helfen und zu handeln. Es geht nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern darum, zu verstehen was Mobbing wirklich bedeutet und wie leicht man selbst ohne es zu merken Teil davon werden kann. Wir wollen darüber reden, was Worte anrichten können, und lernen, wie wir besser miteinander umgehen können. Denn jeder verdient Respekt, egal, wie jemand aussieht, woher er kommt, oder wen er mag.
Ein wichtiger Teil unserer Projektarbeit sind Vorstellungen in den Grundschulen des Geratals, bei den wir gemeinsam aufklären und herausfinden, wie Mobbing entsteht, warum manche mitmachen oder auch schweigen und wie man den Mut findet, etwas dagegen zu tun. In Rollenspielen und Interviews können wir in verschiedene Rollen schlüpfen und erleben, wie sich Mobbing wirklich anfühlt, für die Betroffenen, aber auch für deren Eltern. So werden wir besser verstehen, wie wichtig es ist, in diesem Thema aufzuklären und sich gegenseitig zu unterstützen.
Auch über das Thema „Cybermobbing“ wollen wir aufklären. Das Internet und die sozialen Medien sind Teil unseres Alltags, doch dort kann Mobbing gezielt schnell und heftig verbreitet werden. Ein fieser Kommentar, ein peinliches Bild oder ein Post wo man Bloßgestellt wird, verbreiten sich rasend schnell und bleiben über längere Zeit online. Wir wollen Wege finden, damit umzugehen, Grenzen zu setzen und uns gegenseitig zu schützen. Denn was online passiert, ist genauso real wie das, was in der Schule geschieht.
Unser Motto lautet „Gemeinsam stark – keiner bleibt allein.“ Damit wollen wir zeigen, dass wir als Gemeinschaft und als Freunde zusammenhalten müssen. Jeder kann etwas gegen Mobbing unternehmen egal, ob man selbst betroffen ist, etwas beobachtet oder einfach nur merkt, das jemand Hilfe und Unterstützung braucht. Es reicht schon, nicht mitzulachen, wenn jemand beleidigt oder ausgelacht wird, oder einen Klassenkameraden oder ein Freund zu zeigen das er nicht alleine mit dieser Situation ist.
Am Ende geht es nicht nur um unsere Projektarbeit, sondern um Aufklärung die alle verdient haben, es ist nicht nur eine Haltung sondern eine Lebensform aktiv dagegen zu halten. Eine Schule, in der sich jeder wohlfühlen kann, egal welche Religion, Hautfarbe, Herkunft oder wie er aussieht, entsteht nur, wenn wir respektvoll miteinander umgehen, Fehler der Mitmenschen verzeihen und aufeinander aufpassen. Wir wollen nicht nur das unsere Schule ein Ort ist, an dem sich niemand verstecken oder verstellen muss, wir wollen das von klein auf die wichtigen und richtigen Werte vermittelt werden. Die Schule muss ein Ort sein, an dem man gerne und mit Freude hingehen kann.
Unser Anti Mobbing Projekt ist der erste Schritt in diese Richtung. Wir wollen etwas bewegen, mit offenen Augen, offenen Herz und dem Mut für einander einzustehen und uns untereinander zu helfen. Denn zusammen sind wir stärker als allein!
Mobbing bezeichnet das wiederholte und gezielte Schikanieren, Ausgrenzen oder Verletzen einer Person über einen längeren Zeitraum hinweg. Es kann in der Schule, am Arbeitsplatz, im Internet oder in anderen Lebensbereichen auftreten. Mobbing hat oft schwerwiegende Folgen für die Betroffenen – sowohl psychisch als auch körperlich. Man unterscheidet verschiedene Formen von Mobbing, je nachdem, wie die Täter vorgehen.
1. Verbales Mobbing
Verbales Mobbing geschieht durch Worte. Es umfasst Beleidigungen, Beschimpfungen, Lächerlichmachen oder das Verbreiten von Gerüchten. Häufig werden Betroffene durch spöttische Bemerkungen, Beleidigungen oder verletzende Spitznamen runter gemacht.
Beispiele:
- Jemand wird wegen seines Aussehens verspottet.
- Über eine Person werden Lügen oder Gerüchte verbreitet.
- Wiederholte Kritik oder Drohungen ohne sachlichen Grund.
2. Psychisches Mobbing
Beim psychischen Mobbing steht die emotionale und seelische Verletzung im Vordergrund. Das Ziel ist, das Selbstwertgefühl der betroffenen Person zu zerstören und sie zu verunsichern oder auszugrenzen.
Beispiele:
- Ignorieren oder Ausschließen aus der Gruppe.
- Manipulation und Hinterhältigkeit, um jemanden schlecht dastehen zu lassen.
- Ständige Kritik oder subtile Herabsetzungen.
3. Physisches Mobbing
Physisches (körperliches) Mobbing äußert sich durch körperliche Gewalt oder gewaltsame Handlungen. Diese Form ist meist leicht zu erkennen, kann aber besonders gefährlich sein.
Beispiele:
- Schubsen, Treten oder Schlagen.
- Zerstören oder Stehlen persönlicher Gegenstände.
- Bedrohungen oder Einschüchterung durch körperliche Nähe.
4. Cybermobbing
Cybermobbing findet über digitale Medien statt – etwa über soziale Netzwerke, Chats oder E-Mails. Die Täter nutzen die Anonymität des Internets, um andere zu beleidigen, bloßzustellen oder zu bedrohen.
Beispiele:
- Veröffentlichen von peinlichen Fotos oder Videos.
- Beleidigungen oder Drohungen über Messenger oder soziale Medien.
- Erstellen von Fake-Profilen, um jemandem zu schaden.
Besonders gefährlich!
Cybermobbing kann rund um die Uhr stattfinden und sich sehr schnell verbreiten, da Inhalte im Internet schwer zu löschen sind.
Quellenangaben:
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). (2024). Mobbing – Erkennen, vorbeugen, handeln. Abgerufen von https://www.bzga.de
- NICEF Deutschland. (2023). Cybermobbing: Was ist das und wie kann man sich schützen? Abgerufen von https://www.unicef.de
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). (2023). Was tun bei Mobbing? Abgerufen von https://www.bmfsfj.de
- de (2024). Mobbing und Cybermobbing – Informationen und Hilfe. Abgerufen von https://www.klicksafe.de
- WHO (World Health Organization). (2022). Bullying and Violence among Children and Adolescents. Abgerufen von https://www.who.int
Mobbing bezeichnet wiederholte, systematische und absichtliche Formen psychischer oder physischer Gewalt, die über einen längeren Zeitraum gegen eine Person gerichtet sind. Es wird in Schulen, am Arbeitsplatz oder im digitalen Raum (Cybermobbing) beobachtet und gilt als einer der belastendsten psychosozialen Stressoren unserer Zeit. Die modernen psychologischen und neurobiologischen Befunde zeigen eindeutig, dass Mobbing nicht nur kurzfristige Belastungen verursacht, sondern tief in die psychische Entwicklung, emotionale Regulation und sogar in die Gehirnstruktur eingreifen kann.
1. Emotionale und psychische Hauptfolgen
1.1 Depressive Symptome
Zahlreiche Studien zeigen, dass gemobbte Menschen ein deutlich erhöhtes Risiko für depressive Störungen haben. Dieses Risiko steigt, je länger die Mobbingsituation andauert und je früher sie im Leben beginnt.
Betroffene fühlen sich wertlos, hoffnungslos und verlieren oft Freude an Aktivitäten, die früher wichtig waren.
Quelle: Arslan et al. (2021): „Bullying victimization and depressive symptoms among adolescents“. Journal of Affective Disorders.
1.2 Angststörungen
Mobbing kann zu generalisierten Ängsten, sozialer Phobie oder Panikstörungen führen. Da Betroffene ständig in Alarmbereitschaft sind, entwickelt das Gehirn gewohnheitsmäßig Stressreaktionen.
Quelle:
- Copeland et al. (2013): „Adult psychiatric outcomes of bullying and being bullied“. JAMA Psychiatry.
1.3 Scham und Schuld
Viele Opfer internalisieren die Täterbotschaften. Sie glauben, dass sie selbst Ursache des Problems sind, was langfristig zu zerstörerischen Denkmustern führt.
Quelle: Gilbert (2000): „The relationship of shame, social anxiety and depression“. British Journal of Psychiatry.
2. Auswirkungen auf Selbstwert und Identität
Mobbing verändert fundamental, wie Menschen sich selbst wahrnehmen.
Betroffene berichten häufig von:
- geringem Selbstwertgefühl
- Selbstablehnung
- dem Gefühl, „nicht genug zu sein“
- Identitätsverunsicherung
Diese negativen Selbstschemata können sich – besonders wenn das Mobbing bereits in der Kindheit beginnt – bis ins Erwachsenenalter festigen.
Quellen: Rosenberg (1965): Society and the Adolescent Self-Image (Klassisches Werk zur Selbstwertforschung); Takizawa et al. (2014): „Adult health outcomes of childhood bullying“. Psychological Medicine.
3. Kognitive Folgen: Konzentration, Lernen und Arbeitsleistung
Stress schwächt die präfrontalen Gehirnfunktionen, die für Aufmerksamkeit, Planung und Gedächtnis zuständig sind.
3.1 Konzentrations- und Lernstörungen
Kinder und Jugendliche können sich in der Schule schlechter konzentrieren, zeigen Leistungsabfall oder Schulangst.
Erwachsene berichten von Denkblockaden oder Fehlerhäufungen im Beruf.
Quelle: McEwen (2007): „The physiology and neurobiology of stress and adaptation“. Physiological Reviews.
3.2 Dauerstress verändert das Gehirn
Langfristiger Stress kann sogar die Hippocampus-Struktur beeinflussen – ein Bereich, der für Gedächtnis und Emotionsregulation wichtig ist.
Quelle: Lupien et al. (2009): „Effects of stress throughout the lifespan on the brain“. Nature Reviews Neuroscience.
4. Soziale Folgen: Rückzug, Isolation, Vertrauensverlust
Menschen, die gemobbt wurden, entwickeln häufig:
- Rückzugstendenzen
- Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen
- Angst vor neuen sozialen Kontakten
- erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung
Diese Folgen können dazu führen, dass sich Betroffene langfristig isolieren, was wiederum das Risiko psychischer Erkrankungen erhöht.
Quelle: Joiner (2005): Why People Die by Suicide – Modell der sozialen Entfremdung und Isolation; Rubin et al. (2009): „Peer rejection and social withdrawal“. Developmental Psychology.
5. Körperliche Symptome: Wenn die Psyche im Körper spricht
Psychischer Dauerstress führt häufig zu körperlichen Beschwerden:
- Kopfschmerzen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Schlafstörungen
- Herz-Kreislauf-Beschwerden
- chronische Erschöpfung
Mobbing wirkt wie ein ständiger Stressor und erhöht langfristig das Risiko für psychosomatische Erkrankungen.
Quelle: Toftegaard‐Støckel et al. (2015): „Health consequences of bullying in adolescence“. Journal of Health Psychology.
6. Langzeitfolgen bis ins Erwachsenenalter
Studien mit Langzeitverläufen zeigen, dass Opfer von Mobbing noch Jahrzehnte später ein erhöhtes Risiko haben für:
- Depressionen
- Angst- und Panikstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- chronische Schmerzen
- Suizidgedanken
- Schwierigkeiten in Beziehungen und Bindungen
Besonders bedeutsam ist, dass diese Folgen auch dann bestehen können, wenn das Mobbing längst vergangenen ist.
Quelle: Lereya et al. (2015): „Adult mental health consequences of peer bullying“. The Lancet Psychiatry.
7. Warum Aufklärung und Prävention entscheidend sind
Aufklärung über Mobbing ist wichtig, weil:
- frühzeitige Intervention die psychischen Folgen deutlich reduziert
- das soziale Umfeld oft der stärkste Schutzfaktor ist
- Scham und Schweigen durch Information abgebaut werden
- Schulen und Betriebe durch Prävention langfristig sicherere Umgebungen schaffen
Programme wie das Olweus-Bullying-Prevention-Program zeigen, dass professionelle Prävention Mobbing signifikant reduzieren kann.
Quelle: Olweus (1993): Bullying at School: What We Know and What We Can Do.
Vorstellung eines praktischen Beispiels/ Interview mit kleinem Kind
In dem folgenden Anhang wird ein Beispiel dargestellt von einem kleinen Kind das schon in der Grundschule wegen einer Krankheit gemobbt und bloßgestellt wurde, das verdeutlicht, wie belastend bestimmte Situationen für Kinder werden können und wie erschreckend es ist was Kinder mit gleichaltrigen alles Anrichten können und wie wichtig eine angemessene pädagogische, schulische und soziale Begleitung ist. Der Fokus liegt darauf, die Abläufe so gut und fachlich wie möglich zu erklären und zu zeigen, welche Entwicklungen, Reaktionen und Unterstützungsmaßnahmen im Verlauf des Mobbings sichtbar wurden.
Zu Beginn des Schuljahres kam das betroffene Kind in eine neue Klasse und erhielt gleichzeitig einen neuen Klassenlehrer. Aufgrund ihrer betroffenen Krankheit „Diabetes Typ 2“ war sie auf bestimmte medizinische Geräte und regelmäßige Sachen angewiesen. Die Nutzung dieses Gerätes führte im Unterricht mehrmals dazu, dass das Blutzucker Gerät Töne und Vibrationen von sich gab. Diese Signale wurden vom Lehrer jedoch nicht gerade für selbstverständlich aufgenommen oder unterstützend begleitet, sondern teilweise sehr scharf kritisiert. Es kam vor, dass das Kind den Klassenraum verlassen musste, als das Gerät ein Signal abgab, sodass es teilweise alleine im Flur stand. Zudem wurde ihr verboten auf die Toilette zu gehen, obwohl die anderen Kinder teilweise einfach aufgestanden sind und ohne zu fragen auf die Toilette gegangen sind. Essen durfte sie im Unterricht ebenfalls nicht, obwohl diese Maßnahmen medizinisch notwendig waren.
Parallel zu dem Ganzen stellten sich ihre bekannten Freunde in der Schule gegen sie, sodass das Kind im Laufe von zwei Wochen nur noch ein bis zwei Freunde hatte. Einige Kinder, die vorher noch gar nix mit ihr zu tun hatten, begannen sich abfällig und ablehnend dem Kind gegenüber zu verhalten. Eine besonders leistungsstarke und beliebte Schülerin begann andere Kinder dazu anzustiften, sie bewusst abzulehnen und sie in jeder kleinsten Möglichkeit zu provozieren. Die Situation eskalierte soweit, dass sechs bis sieben Kinder sie in die Ecke gedrängt, sie geschubst und zusammen getreten haben. Das Kind konnte sich nicht wehren oder Hilfe rufen, weil es immer weiterging bis die anderen Kinder von sich aus locker gelassen haben. Auch die schulischen Leistungen von ihr gingen, wie man sich vorstellen kann, steil Berg ab, sodass sich das Zeugnis am Ende des Schuljahres deutlich verschlechterte. Das Schlimme daran ist, dass viele Bewertungen auf ihre Belastungssituation zurückzugehen und nicht auf ihre echten schulischen Leistungen.
Im Unterricht kam es kam es wiederholt zu Vorfällen.

Ein Schulprojekt der TGS Gräfenroda, vertreten durch:
Edgar Herrling, Marek Mattheß, Nils Schulz und Tim Stelzner
– im April 2026 –

