Gemeinde Geratal, April/Mai 2026
Die Thüringer Gemeinschaftsschule Gräfenroda hat gemeinsam mit der Gemeinde Geratal auch im Schuljahr 2025/2026 eindrucksvolle Projektarbeiten umgesetzt. Nach dem bereits erfolgreich abgeschlossenen Anti-Mobbing-Projekt im April (wir berichteten) fanden am 11. und 19. Mai die Präsentationen von vier weiteren Projekten der Zehntklässler statt. Dabei standen Geschichte, Digitalisierung, Denkmalpflege und touristische Infrastruktur im Mittelpunkt.
Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen
Mit ihrem Projekt „Gegen das Vergessen“ (wir berichteten) setzten sich die Schülerin Sarah Gerlach und der Schüler Jakob Stein intensiv mit den Todesmärschen des Konzentrationslagers Buchenwald auseinander. Ziel war es, das Todesmarschdenkmal hinter der Schule aufzuwerten und die Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt wachzuhalten.
Unterstützt wurden die Jugendlichen von ihrem Projektlehrer Herrn Wagner, der Gemeindeverwaltung Geratal, dem Bauhof sowie Verantwortlichen des Landratsamtes des Ilm-Kreises. Gemeinsam pflanzten sie Blumenzwiebeln und zwei Apfelbäume am Denkmal.
Besonders symbolträchtig ist dabei die Apfelsorte „KZ III“, die vom ehemaligen KZ-Häftling Korbinian Heilich gezüchtet wurde und heute als Zeichen für Hoffnung und Neubeginn gilt.
Bürgermeister Dominik Straube mit Schulleiter Sven Kummer, Schülerin Sarah Gerlach und der Schüler Jakob Stein mit ihrem Projektlehrer Herrn Wagner
Digitales Geratal: Geschichte lebendig gemacht
Auch das 2024 ins Leben gerufene Projekt „Digitales Geratal“ wurde 2026 fortgeführt. Ziel ist es, historische Orte digital zu dokumentieren und für kommende Generationen zugänglich zu machen. Unterstützt von der Gemeindeverwaltung Geratal erfassen Schülerinnen und Schüler historische Fotografien und Informationen, die anschließend über QR-Codes vor Ort abrufbar sind.
Graupenmühle Liebenstein
Max Frankenberg und Marc Zimmermann widmeten sich der traditionsreichen Graupenmühle in Liebenstein. Vor Schulleiter Sven Kummer, Projektlehrer Herrn Wagner, Bürgermeister Dominik Straube sowie Alexandra Preuß von der Gemeindeverwaltung präsentierten die Schüler ihre Arbeit direkt in der noch heute betriebenen Mühle.
Dabei führten sie die Gäste anschaulich durch die verschiedenen Etagen und erklärten den Mahlvorgang sowie die Herstellung von Dinkelmehl. Zusätzlich entstand gemeinsam mit Alexandra Preuß eine Neuauflage der Chronik der Graupenmühle, die künftig in der Mühle und im Heimatmuseum Liebenstein ausliegen wird.
Für uns beide war dies ein sehr interessantes Thema. Durch die intensive Recherche haben wir viele spannende Fakten entdeckt, die uns vorher gar nicht bewusst waren. Die Projektarbeit hat uns gezeigt, wie viel Geschichte und Bedeutung hinter einem solchen alten Gebäude steckt und über wie viele Generationen es weitergegeben wurde. Uns hat diese Arbeit sehr viel Freude bereitet, und wir hoffen, etwas Ähnliches bald wiederholen zu können.
Bürgermeister Dominik Straube mit Schulleiter Sven Kummer, die Schüler Max Frankenberg und Marc Zimmermann mit Herrn Wagner
Röderschlösschen Liebenstein
Mit der Geschichte des Röderschlösschens beschäftigten sich Leonie Traufmann und Wiebke Brandt. Im Rahmen des Projekts erarbeiteten die Schülerinnen eine Präsentation zur Geschichte, bisherigen Nutzung und den architektonischen Besonderheiten des Gebäudes. Darüber hinaus entstanden eine Chronik des Röderschlösschens sowie ein Lebenslauf des Freiherrn Heinrich Günther Reinhard von Röder.
Durch ein Interview mit Ortschaftsbürgermeister Jörg Becker konnten Leonie Traufmann und Wiebke Brandt zudem wertvolle Informationen über die laufende Sanierung und die zukünftige Nutzung des Gebäudes als Gemeinde- und Veranstaltungsort zusammentragen.
Zur Präsentation begrüßten die Schülerinnen neben ihren Familienangehörigen auch Schulleiter Sven Kummer, Projektlehrerin Frau Wolf, Altbürgermeister Albrecht Dürer, der das Schulprojekt mit Bildmaterial, Fachwissen und historischen Fakten unterstützte, sowie Alexandra Preuß, die das Projekt seitens der Gemeindeverwaltung begleitete.
Unser Thema war es, einen Schaukasten für das Röderschlösschen zu erstellen. Wir haben dabei viel über die interessante und wechselhafte Geschichte erfahren. Wir hoffen, dass das Röderschlösschen in Zukunft für viele Menschen zugänglich ist.
Schulleiter Sven Kummer, die Schülerinnen Leonie Traufmann und Wiebke Brandt, Projektlehrerin Frau Wolf, Altbürgermeister Albrecht Dürer und Alexandra Preuß
Einsatz für die Lütsche-Talsperre
Am 19. Mai wurde schließlich das fünfte Schulprojekt an der Lütsche-Talsperre im Ortsteil Frankenhain vorgestellt. Viktoria Ehrle, Christian Röhrig und Georg Becker engagierten sich gemeinsam für die Aufwertung des beliebten Naherholungsgebietes. Begleitet wurden sie von Projektlehrerin Frau Stade, Wegewart Henry Lipfert, Michael Graf vom Angelsportverein Frankenhain e. V. sowie Alexandra Preuß von der Gemeindeverwaltung.
Zur Präsentation waren neben Schulleiter Sven Kummer und Bürgermeister Dominik Straube auch die Eltern der Schülerinnen und Schüler geladen, die das Projekt ebenfalls tatkräftig unterstützten.
Während ihrer Projektarbeit erneuerten die Jugendlichen beschädigte Geländerbalken an der Talsperre, schnitten Wege und Sitzbereiche frei und gestalteten zusätzlich eine Informationstafel zur Geschichte und touristischen Bedeutung der Lütsche-Talsperre.
Finanziert wurde die Informationstafel durch den Angelsportverein Frankenhain e. V., während die Gemeinde Geratal Material für die Geländererneuerung bereitstellte. Der Bauhof unterstützte das Projekt mit Technik und Fuhrpark.
Wir haben uns für dieses Projekt entschieden, weil zwei Mitglieder unserer Gruppe bereits im Angelverein sind und es uns immer gestört hat, dass am Geländer rund um die Lütsche-Talsperre mehrere Balken fehlen. Deshalb haben wir uns als Gruppe zusammengeschlossen, um den Weg um den Stausee wieder instand zu setzen und somit einen Beitrag zur Verbesserung zu leisten.
Team „Lütsche-Talsperre“: Henry Lipfert, Christian Röhrig, Georg Becker, Michael Graf, Alexandra Preuß,
Viktoria Ehrle, Sven Kummer, Annett Stade, Dominik Straube und Georg Röhrig)
Großes Engagement der Jugendlichen
Alle Projekte zeigten erneut das hohe Engagement der Schülerinnen und Schüler der TGS Gräfenroda. Gemeinsam mit Lehrkräften, Vereinen, der Gemeindeverwaltung und vielen ehrenamtlichen Unterstützern entstanden nachhaltige Beiträge für die Region.
Die Gemeinde Geratal bedankt sich herzlich bei allen Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit und das große Interesse. Durch die Projekte wurden historische Orte bewahrt, touristische Angebote verbessert und die Digitalisierung regionaler Geschichte weiter vorangebracht.
Ein großes Lob gilt allen Schülerinnen und Schülern, den beteiligten Lehrkräften sowie allen Unterstützern, die mit ihrem Einsatz die Landgemeinde Geratal aktiv mitgestalten und verschönern.

Allen Schülerinnen und Schülern:
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Text und Bilder: Pressestelle Gemeinde Geratal











