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Verleihung des GEOfood-Siegels an das Mühlencafé Geraberg

von Alexandra

Dominik Straube, Gabi Irrgang, Dr. Mauro Alivernini, Daniela Wiegand, Detlef Bräuning


Gemeinde Geratal OT Geraberg, 04.03.2026

Das Mühlencafé in Geraberg ist offiziell mit dem internationalen UNESCO GEOfood-Siegel ausgezeichnet worden. Damit gehört das Café von Daniela Wiegand zu den wenigen Partnerbetrieben im UNESCO Global GeoPark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen, die regionale Küche mit geologischer Bildung verbinden. Gleichzeitig ist das Mühlencafé das erste Café weltweit, das diese Auszeichnung erhält.

Das GEOfood-Label ist Teil einer globalen Initiative der UNESCO-Geoparks. Ziel ist es, nachhaltige Wertschöpfung in der Region zu fördern und Gästen den Zusammenhang zwischen Boden, Landschaft und regionalen Spezialitäten näherzubringen. In Deutschland ist die Vergabe des Siegels erst seit 2022 möglich.

Der UNESCO Geopark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen ist bislang der einzige deutsche Geopark, der dieses internationale Label vergeben darf. Zur Verleihung im Mühlencafé begrüßte Daniela Wiegand zahlreiche Gäste aus Kommune, Geopark und Vereinsleben.

Anwesend waren unter anderem Dr. Mauro Alivernini vom Managementbüro des Geoparks, Bürgermeister Dominik Straube, Ortschaftsbürgermeister Detlef Bräuning, Vertreter der Gemeindeverwaltung sowie Mitglieder des Vereins Heimatfreunde Geraberg e. V. unter Vorsitz von Gabriele Irrgang.

Vierter GEOfood-Partner im UNESCO Geopark

Das Mühlencafé ist bereits der vierte GEOfood-Partner im UNESCO Geopark. Zuvor wurden das Restaurant Anno 1700 in Bad Tabarz, die Imkerei Mühlberger Burghonig sowie der Rosenhof Holzhausen ausgezeichnet.

Dr. Mauro Alivernini erklärte bei der Verleihung: „Das GEOfood-Label wurde 2016 eingeführt und ist das einzige Label, mit dem UNESCO-Geoparks Lebensmittel bewerben können.“ Bevor die Auszeichnung vergeben wurde, besuchte er das Mühlencafé mehrfach inkognito, um Angebot, Ambiente und Service zu prüfen. Das Fazit des gebürtigen Italieners fiel eindeutig aus: „Neben dem leckeren Kuchen- und Tortensortiment bietet das Mühlencafé den besten Cappuccino in ganz Deutschland.“


Regionale Zutaten und gelebte Handwerkstradition

Ein wichtiges Kriterium für das UNESCO GEOfood-Siegel ist die konsequente Verwendung regionaler Produkte. Im Mühlencafé stammen die wichtigsten Zutaten aus der Region, insbesondere das Mehl aus den Mühlen in Möhrenbach und Ingersleben. Verarbeitet werden vor allem Urkorn- und Dinkelmehle. Täglich entstehen daraus bis zu acht verschiedene Kuchen und Torten, deren Böden vorbereitet und je nach Nachfrage frisch vollendet werden.

Die Auszeichnung fällt zudem in ein besonderes Jubiläumsjahr: Am 28. März 2026 feiert das Mühlencafé sein 16-jähriges Bestehen.


Vom spontanen Helfen zum eigenen Café

Die Geschichte des Mühlencafés begann 2007. Die Pächterin Daniela Wiegand, ursprünglich aus der Marketingbranche, zog von der Stadt Erfurt ins ländliche Geraberg. Bei einem Spaziergang entdeckte sie die Braunsteinmühle, die zum Deutschen Mühlentag unter der Initiative der Heimatfreunde Geraberg erstmals für Besucher geöffnet wurde.
Als Unterstützung für die Verpflegung gesucht wurde, brachte Daniela Wiegand spontan 15 Bleche selbstgebackenen Kuchen sowie Kaffee mit.

Die Idee eines Cafés war geboren. In den folgenden Jahren unterstützte sie weitere Veranstaltungen der Braunsteinmühle.

Bereits 2008 stellte sie bei der damaligen Gemeinde Geraberg die Idee vor, ein Café in der Mühle zu eröffnen. Trotz anfänglich geringer Unterstützung hielt sie an ihrer Vision fest. Mit viel Engagement und Leidenschaft baute sie das Café Schritt für Schritt auf, bis 2010 schließlich das Mühlencafé eröffnete. Aus der ehemaligen Industriehalle entstanden nach und nach gemütliche Räume mit viel Liebe zum Detail. Werbung brauchte es kaum, die Bekanntheit wuchs vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda weit über die Region hinaus.

„Die Welt draußen lassen“,

so beschreibt Daniela Wiegand das Konzept ihres Cafés. Das Mühlencafé soll ein Ort sein, an dem Gäste zur Ruhe kommen und genießen können.

Standort mit touristischem Potenzial

Neben dem Café befindet sich in der ehemaligen Braunsteinmühle auch ein Museum, das ehrenamtlich von den Heimatfreunden Geraberg betreut wird. Die Mühle gilt als technisches Denkmal und ist heute vor allem auch mit seinem Mühlencafé ein wichtiger kultureller Treffpunkt.

Darüber hinaus bietet der Standort ideale Ausgangspunkte für Wanderungen und Naturerkundungen, etwa entlang des Braunsteinwegs, durch den Jüchnitzgrund oder auf dem Thüringer Klimaweg Geraberg, der derzeit überarbeitet und bis 2027 neu beschildert werden soll.

Auch infrastrukturell entwickelt sich der Standort weiter. Das Mühlrad der Braunsteinmühle wurde 2025 nach umfangreicher Sanierung neu errichtet. Die offizielle Einweihungs- und Dankesveranstaltung findet am 27. März 2026 statt.

Starke Zusammenarbeit vor Ort

Bürgermeister Dominik Straube betonte die Bedeutung der Auszeichnung für die gesamte Landgemeinde:

„Die geologischen Besonderheiten, die historische Braunsteinmühle und die Bergbaugeschichte der Region passen hervorragend zu einem Geopark. Das Mühlencafé um Daniela Wiegand und ihr achtköpfiges Team haben diese Auszeichnung mehr als verdient.“

Er hob besonders die Zusammenarbeit zwischen Gastronomie, Ehrenamt und Kommune hervor.

„Das Mühlencafé ist im wahrsten Sinne des Wortes das Sahnehäubchen am Standort. Ohne dieses Café wäre die Braunsteinmühle nur halb so viel wert.“

Auch Gabriele Irrgang, Vorsitzende der Heimatfreunde Geraberg, blickte auf die gemeinsame Entwicklung des Areals zurück. Seit dem ersten Mühlentag 2005 seien zahlreiche Projekte umgesetzt worden, darunter der Ausbau des Museums, ein Beleuchtungskonzept in Zusammenarbeit mit der TU Ilmenau sowie die Sanierung des Mühlrades.

Ortschaftsbürgermeister Detlef Bräuning erinnerte sich ebenfalls an die Anfangsjahre und würdigte das Engagement der Cafébetreiberin:

„Sie hat immer an ihre Vision geglaubt und sich mit viel Engagement für die Umsetzung stark gemacht.“

Dank an Unterstützer und Team

Das Mühlencafé bietet heute 53 Plätze im Innenbereich sowie rund 40 Sitzplätze im Außenbereich. Daniela Wiegand dankte bei der Veranstaltung allen Unterstützern, insbesondere ihrem Team, den Heimatfreunden, der Gemeindeverwaltung und dem Bauhof der Gemeinde Geratal.

„Es ist ein Nehmen und ein Geben“,

sagte sie. Trotz mancher Herausforderungen überwiege die Freude, ihr Café auch nach 16 Jahren weiterhin für Gäste öffnen zu können.


Blick in die Zukunft

Mit der vollständigen Aufnahme der Landgemeinde in den UNESCO Geopark seit 2025 sollen künftig weitere touristische Angebote entstehen. Geplant sind unter anderem zwei GEO-Informationszentren in den Ortschaften Frankenhain und Geraberg sowie die Aufnahme des Braunsteinwegs als zweite offizielle UNESCO Geopark-Route im Geratal.

Zudem werden derzeit Geopark-Führer ausgebildet, die Besucher künftig auf dieser Route und dem in Frankenhain bereits eröffneten Mühlsteinweg begleiten sollen.

Auch weitere GEOfood-Partner könnten folgen: Dr. Mauro Alivernini kündigte an, dass das Café in der Zwergstatt Gräfenroda gute Voraussetzungen für eine zukünftige Auszeichnung biete. Dort ist zudem eine Zusammenarbeit mit der traditionellen Zwergenproduktion geplant.

Text und Bilder: Pressestelle Gemeindeverwaltung Geratal