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Gedenkfeier zum 170. Geburtstag des Thüringer Wandersmanns August Trinius

von Alexandra

Der Erfinder einer Dachmarke – Gedenkfeier zum 170. Geburtstag des Thüringer Wandersmanns August Trinius

Von Wolfgang Möller

Nahezu jeder Heimatfreund und jeder Wanderer kennt den Slogan vom „grünen Herzen Deutschlands“, womit der Thüringer Wald und dessen zentrale Lage gemeint sind. Dabei könnten Hessen und Rheinland-Pfalz auch diesen Vorzug genießen, denn sie sind die Bundesländer, bezogen auf die Flächengröße, mit dem größten Waldbestand Deutschlands. Wie dem auch sei, erfunden hat den Satz einer, der wusste, wovon er sprach und schrieb – der wandernde Schriftsteller August Trinius.

Als Carl Freiherr von Küster erblickte am 31. Juli 1851 im sächsischen Schkeuditz August Trinius, so sein späterer Künstlername, das Licht der Welt. Er wuchs in Erfurt auf und arbeitete bis zu seiner freischaffenden Autorentätigkeit als Buchhalter in Berlin. Seine deutschlandweiten Wanderungen und Reisebeschreibungen führten ihn schließlich 1890 nach Waltershausen, wo er in der Wassergasse bis zu seinem Tode am 2. April 1919 lebte.

Das „Grüne Herz“ wurde in Eisenach geboren

„Wandern heißt Leben“ hatte sich August Trinius zum Wahlspruch erkoren. Zu seinem 29. Geburtstag am 31. Juli 1880 feierten Trinius, der Ruhlaer Pfeifenmacher Alexander Ziegler und der Waltershäuser Pfarrer Heinrich Schwerdt im Eisenacher Gasthof „Phantasie“ einen fröhlich-geistreichen Herrenabend. Wahrscheinlich ließ die Drei nach mehreren Gläsern Wein das wunder- und wanderbare Thüringen nicht mehr los. Irgendwann fiel bei den lobenden Prädikaten der Ausdruck „Grünes Herz Deutschlands“. Und so wurde die berühmte Dachmarke geboren. In Trinius’ 60. Lebensjahr erschien sein Buch „Das grüne Herz Deutschlands: Eine Wanderfahrt durch den Thüringer Wald“, das 1910 in Berlin veröffentlicht und weit über Thüringens Grenzen bekannt wurde.

Das Werk des Jubilars umfasst mehr als 30 Buchtitel, vorwiegend zur Mark Brandenburg, zur Mosel, zu den Thüringer Flusstälern und vor allem zum Thüringer Wald mit dem Rennsteig. Sein achtbändiges Hauptwerk „Das Thüringer Wanderbuch“ erschien von 1886 bis 1902. Einige Titel wurden vom Waltershäuser Maler und Freund Friedrich Holbein illustriert. Derselbe wurde erst am 19. März von Waltershäuser Grundschülern zu seinem 165. Geburtstag geehrt.

August Trinius stand in seinem Leben unter dem Eindruck deutsch-nationaler Bestrebungen nach dem Deutsch-Französischen Krieg und im Ersten Weltkrieg. Ihn deswegen in eine rechte Ecke stellen zu wollen, ist wohl gerechtfertigt. Doch „er sah es vielmehr als eine Lebensaufgabe an, dem deutschen Volke die Liebe zur Heimat, verbunden mit dem Wandern durch ihre schönen Landschaften näher zu bringen“ schrieb der ehemalige Vorsitzende des Waltershäuser Geschichtsvereins Hans Roth.

Waltershausen ehrt einen großen Sohn

Als späte Würdigung für den Waltershäuser Bürger, Dichter und Vordenker des Rennsteigtourismus wurde 1991 in Waltershausen eine Straße nach ihm benannt und 2001 eine Gedenktafel vor dem ehemaligen Wohnhaus angebracht. Ebenfalls in Walterhausen gibt es ein August-Trinius-Förderzentrum, einen Trinius-Weg und eine Trinius-Bank. Links und rechts des Rennsteigs erinnern eine Quelle, ein Stein, eine Linde, eine Baude, eine Tafel und ein Rastplatz an den schreibenden Wanderer des Thüringer Landes.

Der Waltershäuser Geschichtsverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben und Werk bedeutender Söhne ihrer Heimatstadt zu ehren. Anlässe dazu war 2014 der 95. Todestages und 2016 der 165. Geburtstag von August Trinius. Sein Grabmal aus einem roten Granitblock befindet sich auf dem Friedhof am Töpfersberg. Der Vereinsvorstand hat für die diesjährige Ehrung am Samstag, 31. Juli, 10 Uhr eingeladen. Gäste sind unter anderem Waltershausens Bürgermeister Michael Brychcy (CDU), die Vorsitzende des Thüringer Wanderverbands Christine Lieberknecht und Christina Reißig von der Hörselberggemeinde. Thüringer Wandervereine, die Hermannsteiner Musikanten und die Trachtengruppe der Ernstrodaer Dachsberg-Gemeinde umrahmen die Gedenkfeier.

Das Grabmal von August Trinius auf dem Waltershäuser Friedhof anlässlich einer Gedenkfeier. Foto: Wolfgang Möller

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