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Geraberger Liederkranz: Eine Busfahrt ins Vogtland – mit Reserveliedern

von Alexandra

Es sollte seit 1999 die 21. Sommerausfahrt des „Geraberger Liederkranzes“ mit unserem Stammbusfahrer Wolfgang Stärker in den so genannten „Musikwinkel“ um Klingenthal herum werden. Das Hotel war ausgesucht und die Ausflüge abgestimmt. Der große Reisebus war schon im Dezember bis auf den Pflichtreserveplatz voll ausgebucht. Und dann – kam Corona und legte im März die Busse und sonst vieles mehr lahm.

Wir hofften und bangten mit der Reisebranche, bis am 27.Juni wieder die Fahrtenfreigabe mit Einschränkungen erfolgte. Und auch wir kurbelten und informierten und fragten und gewannen tatsächlich wieder 41 freiwillige Sängerinnen und  Sänger und Fans für die Mitfahrt vom 27. bis 30.Juli nach Schöneck-Kottenheide, einem 41-Seelenörtchen nahe  Klingenthlal mitten in einem großen ruhigen Waldgebiet, 780 m hoch gelegen. Leider traute sich nur ein wackeres Vorstandsmitglied mit auf die Reise, aber sie war um so aktiver dabei. Deshalb waren wir nicht mehr „Liederkranz“,
sondern nur noch „Fahrende Sänger“ ohne Notenmappen.

Der Anreisetag signalisierte keine Corona-Neuinfektionen für unserer Reiseroute. Alle Zusteigenden fühlten sich gesund. Nur die Greizer Krankenhausinfektionen von zuvor ließen uns am wunderschönen Greizer Schlosspark nicht Halt machen. Und so gab es das erste große Spektakel an der imposanten 170 Jahre alten Göltzschtalbrücke (Bild) mit ihren 21 Millionen Ziegelsteinen, einer Höhe von 80 Metern und einer Länge von einem halben Kilometer. Sie ist heute noch zweispurige Hauptfahrstrecke nach Bayern. Wir rasteten und staunten.

Im „Weihnachtswunderland“ gab es beim Halt in Stützengrün dann ein hochsommerliches Weihnachtserleben. Ich glaube, viel Geld war es nicht, was in der Kasse dort zurückblieb.

Hörenswert dann der Empfang vom Hoteldirektor auf dem Dorfplatz in Kottenheide, der für uns eigenhändig die alte Schulglocke auf dem Dorfplatz läutete, und der für jeden Ankömmling Schnaps im Henkelkörbchen hatte. So ging es gut los. Das saubere Hotel ohne Fehl und Tadel, ebenso die Quartiere und Bedienung, und erst das oder besser gesagt die Abendessen und auch die Morgenbuffets an allen Tagen – vorzüglich.

Im zweiten großen Restaurant des Hauses standen die Tische und Stühle coronavereinzelt. Hier fanden dann die allabendlichen und selbstgestalteten Kulturprogramme in geschlossener Runde statt. Der gesellige Funke sprang immer bald über, und fast jeder wusste etwas Unterhaltsames oder Amüsantes bis hin zur Tanzeinlage („Pippi L.“) beizutragen – ganz im Sinne unserer Vereinsgemeinschaft. Wir hatten das Haus für uns und auch unseren Frohsinn und unser Lachen.

Und wurde auch gesungen ? Natürlich erhielt der Herr Hoteldirektor vor seinem Haus sein Ständchen. Richtige Sänger haben immer Lieder im Kopf.

Der zweite Tag bescherte uns nach der Busfahrt 3 Stunden zum Flanieren und Einkehren auf der Kurpromenade in Karlsbad bei schönstem Sommerwetter. Weiter ging es dann ins nahe gelegene Loket (alt: „Elbogen“). „Heute in Elbogen gewesen, wie es dort in seiner ganzen Beschaulichkeit liegt, und ist ein landschaftliches Kunstwerk von allen Seiten zu betrachten !“ – das schrieb Goethe 1807 in sein Tagebuch. So erlebten wir es auch, dieses kleine Burgstädtchen, ganz von der Eger umschlungen im sommerlichen Treiben.

Der dritte Tag war mit der kleinen Vogtlandrundfahrt gleichermaßen kurzweilig. Unser Hoteldirektor begleitete uns dabei höchst persönlich und wusste weltgewandt zu informieren. Schöneck, die Vogtland-Skisprungarena, Klingenthal, das Raumfahrtmuseum in Morgenröthe-Rautenkranz und die Musikstadt Markneukirchen waren die Etappen auf der Tagestour. Die Fahrt hoch auf die Sprungschanze und das anschließende Abfahren mit den Rodelvehikeln hatten Nervenkitzelpotential, und sie wurde auch von unserer Seniorin Anni Neubauer mit 91 gemeistert!

Der vierte und wiederum heitere Abreisetag hielt noch einmal einen dreistündigen Aufenthalt in der jetzt herausgeputzten Vogtlandmetropole Plauen bereit. Die meisten von uns besuchten dazwischen noch das im alten Rathaus eingerichtete „Plauener Spitzenmuseum“. Interessant für die Damen waren die Produkte, für die Herren die schöne alte Mechanik und Technik.

Gut gelaunt stiegen wir nachmittags wieder aus dem Bus. Was die Corona-Disziplin gebot, haben wir korrekt eingehalten. Aber wir wissen auch: Das Leben bleibt weiterhin lebensgefährlich

Dr. Klaus Bödrich

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