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Turmuhr von Geschwenda wird 80

von Alexandra

Wo sind die Jahre hin? Wo ist die Zeit geblieben?

Die größte Turmuhr Deutschlands befindet sich im Hamburger Michel. 8m  Durchmesser haben die Zifferblätter die sich unterhalb der Aussichtsblattform am 132m hohen Michel in alle vier Himmelsrichtungen weisen. Die großen Zeiger sind 4,91m lang, die kleinen 3,65m und alle wiegen jeweils 130kg. Diese Uhr stammt aus Straßburg im Elsass aus der Werkstatt des Uhrmachers Alfred Ungerer.

Die größte Turmuhr Deutschlands im Hamburger Michel

 

Die Turmuhr von Geschwenda ist 80ig Jahre alt.
Dieses Jubiläum wurde im Rahmen eines Regionalgottesdienstes, den Pfarrer Sebastian Pötzschke hielt, am diesjährigen Reformationstag begangen. Herr Dr. Ingbert Hauschild spielte die Orgel. Wir freuten uns sehr, dass trotz Corona dieser Gottesdienst in der St. Nikolaikirche Geschwenda stattfand, unter Einhaltung der Hygienevorschriften.  Allen Helfern des Gottesdienstes gilt
herzlicher Dank.

Besonders erfreut war die Kirchengemeinde Geschwenda über die eingegangene Spende der Jagdgenossenschaft Geschwenda in Höhe von 1000,00 € zum Jubiläum.
Auch zur Geschichte der Turmuhr wurde einiges gesagt.
Die in den Kriegsjahren erschaffene Kirchturmuhr der St. Nikolaikirche in Geschwenda ist im Nachbarort Gräfenroda von der Fa. Kühn 1940 hergestellt worden. Einmal in der Woche muss
sie von Hand aufgezogen werden.

Rund um den Kirchturm sind die 4 großen Zifferblätter angebracht. Ihre 8 Zeiger geben den Zeitrhythmus an. Die Kirchturmuhr besteht aus 3 Zügen, ein Zug für den Stundenschlag, ein Zug zur Taufglocke für Viertel-, Halb-, Dreiviertel- und Stundenschlag und ein Zug für die Zeigerbewegung selbst. Im Jahre 1979 wurden die Zifferblätter saniert und mit römischen Zahlen versehen.
Bis auf kleinere Reparaturen funktionierte die gute Mechanik aus Gräfenroda hervorragend über 54 Jahre.

Eine umfangreiche Sanierung wurde im Jahre 1994/95 notwendig. Sicher erinnern sich noch viele an den zeigerlosen Kirchturm. Die umfangreiche Sanierung der Kirchturmuhr kostete damals knapp 10.000,00 DM.
Die Kosten übernahm die Geschwendaer Gemeindekasse. Dafür sind wir sehr dankbar.

Die Turmuhrspezialisten aus Gräfenhain Manfred und Steffen Willing restaurierten das Werk in Gräfenhain und bauten es zunächst auch dort zusammen.

Manfred Willing (links im Bild)

Nach der darauffolgenden Demontage ging es wieder zum Geschwendaer Kirchturm. Hier wurde die Uhr erneut zusammengesetzt mit ihrer Vielzahl von Einzelteilen. Auch die Hammerzüge für den Stundenschlag in der Kirchturmlaterne hoch oben wurden erneuert. Als letzten Schritt wurden die Zeiger durch die kleinen Zifferblätterfenster geführt und ausgerichtet.

Ohne starke Witterungseinflüsse konnte wieder eine Genauigkeit von +-30 Sekunden erreicht werden. Die Gemeinde Geschwenda unterhält die Kirchturmuhr und ist verantwortlich für deren Funktion.

Dank jährlicher Wartung gehen wir davon aus das die Mechanik auch zum 100. Geburtstag der Turmuhr noch funktioniert.

Bis dahin ist noch etwas Zeit. Gehen Sie alle gut mit Ihr um.

Gemeindekirchenrat
Kay Uwe Brunngräber

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